Tiefe Briefe
Wie lebt es sich als Reingöttlicht?
Es ist ja nicht so, als hätte Irgendwer hier eine Anleitung zum Leben bekommen.
Die Meisten machen es einfach, und halten sich an irgendwelche andere, die vorgegangen sind.
Doch wie soll ich mich in eine Welt einfinden, die mir so fremd geworden ist?
Wer den Weg der Askese geht, begegnet Gott, und Gott wandelt mit ihm, in ihm.
Man wird zum Weltenwanderer, zwischen Himmel und Erde.
Doch je mehr ich von der Wahrheit sehe, und wo wir hier leben,
unter welchen Wesen, sichtbar und unsichtbar,
Und sich mit beinahe niemandem darüber austauschen können,
weil diese unsichtbare Welt im Verborgenen agiert,
und doch so offensichtlich direkt vor unseren Augen stattfindet.
Doch keiner hat uns gelehrt, mit Energie zu sehen, zu fühlen, zu leben.
Wenn wir uns als Energie wahrnehmen, beginnen wir,
Die Welt aus einem völlig neuen Blickwinkel zu betrachten.
Aus einer wahren, echten, erdenden Perspektive,
Und es geht niemals mehr zurück.
Ich glaube, deshalb haben viele Angst davor, und verschließen sich dieser,
Da es eine Welt ist, die, je mehr man sie entdeckt, immer einsamer und dunkler wird.
Auch ich habe mich lang dagegen gewehrt, doch mein Drang nach Wahrheit
Und das »meinen wahrhaftigen Weg«, für den ich gekommen bin, sind stärker,
Immer, so habe ich mich hingegeben,
immer und immer wieder,
und tue es jeden Tag immer und immer wieder,
denn zurück: Das geht nicht mehr.
Ich sehe aneinander gereihte, immer mehr werdenden Autos
neben Blöcken, aufeinander gestapelte Fenster,
Dahinter kleine Lebenswelten,
Apart in Apartments,
In Städten tummelnd, niemals schlafend, sich bewegend.
Lichter überall, taumelnde Gesichter, 1000 in einem,
Dunkle Ecken, noble Ecken,
Ich mittendrin, beobachte, sehe ihre Frequenz,
Früher darin gewandelt,
Heute von außen, beinahe unsichtbar durchstreifend,
Nicht mehr dazugehörig,
Sehne mich nach dem gutbürgerlichen Leben:
Ausgehen, tanzen, das, was normale Menschen machen
Doch das bin ich nicht mehr.
Wie lebt es sich nun also als Reingöttlicht?
Kaum jemandem zum Austausch, selbst muss ich meinen Weg da durch finden
Weiß ich bin nicht allein, doch sind wir nicht viele, orientiere mich an ihnen,
Sie sind oftmals außerhalb des Geschehens,
bin selbst viel außerhalb in der Natur gewesen,
Rückzug.
Reisend, all umher, viele Menschen getroffen,
Treffend beschreibt die Liedzeile:
»Everywhere I go, everything is the same,
I’m part of it all, and I don’t need a name« (Bukahara)
Jede Stadt ähnelt der anderen,
Jede Küste, jeder Wald, jedes Meer.
Alles kleine Lebenswelten, die sich fraktalisch ähneln,
Und doch nie dieselben sind,
Doch alles sieht, wenn man so viel gesehen hat,
Irgendwann gleich aus.
Die Menschen arbeiten, bekommen mit Mitte 30 Kinder,
Leben mit oder ohne Partner,
Sind zufrieden in ihrer kleinen Welt,
Die nur aus einem so kleinen Teil innerem und äußerem Erlebnis besteht,
als das, was man hier erleben kann.
Doch gibt es hier so viel mehr,
So viel mehr zu erkennen, entdecken, zu verstehen.
Mein Studium der Ethnologie lehrte mich,
Die Lebensräume zu studieren,
Menschen und Körpersprache zu lesen,
Wie offene Bücher sind sie mir manchmal.
Als könne ich Gedanken lesen,
Ja der Raum der Telepathie ist erschlossen,
Da ist Gier, Sex, Sucht, sich selbst belügen
und ab und zu ein wenig Herzlichkeit
Kälte und Einsamkeit in der Menge,
Depression und überspielte Freude
Der Wunsch nach Zugehörigkeit,
Nach ein bisschen Liebe und Nähe,
Weil sie sie nie von ihren Eltern bekamen,
Denn beinahe jeder hat irgendein Kindheitstrauma erfahren,
Oder eines durch Krankheit,
Oder Gewalt,
Egal was, wir alle sind Teil einer Welt,
Die in der Dunkelheit weilt,
Auch wenn der Sommer vor Sonne die Erde austrocknet
Und Feuer wüten,
Wütet das Feuer doch noch mehr in ihnen,
Wut, unterdrückt und weitergetragen,
Vom Chef an den Untertanen,
Sag, soll das alles schon gewesen sein?
Wo gehört man da als Reingöttlicht hin?
Mit offenem Herzen und Lichtschutzrüstung umherwandernd
Bars, Discos, Tanzschuppen, Theater, Kunst, Kino,
All das – bedeutungslos, bloße Ablenkung, wenn man in dieser Tiefe wandelt.
Hier zählt nur das eine: Seinesgleichen finden,
In einer Welt, wo seines Gleichen so rar ist
wie ein vierblättriges Kleeblatt unter lauter Dreiblättrigen
Und seine Gaben verteilen, sie erinnern, die Fackel halten.
Doch finde dich einmal in einer Welt,
Die alles daran setzt, das du dich nicht finden kannst,
Weil es dir keiner erklärt.
Ich habe unfassbare Schwierigkeiten gehabt
An diesen Punkt zu kommen,
Ohne Hilfe von anderen Menschen hätte ich das nicht geschafft
So sehe ich meinesgleichen
Unter Hypnose
Den Tag verweilen
Ihren Krankheiten, Geldsorgen, Alltagstrott erliegen
Es ist normal, so überzeugt davon zu sein,
Dass es kein Alternativleben gibt.
Während meines Studiums schaute ich immer aus dem Fenster:
Da draußen, wo die Autos fahren und die Menschen gehen,
da will ich sein:
Frei.
Und das bin ich geworden.
»The world is my house
No need for a key
Oh I feel free, I feel free« (Bukahara)
Doch selbst in der Freiheit liegt eine Gefangenschaft
Da die ewige Unzugehörigkeit
Als große Bürde sich entpuppt
Und das ewige sich wehen lassen im Wind
Müde macht.
Die Welt verändert sich um mich herum
Ich bin der Fels,
Ich allein.
Auch wenn die Innenwelt sich wandelt
Erlebe nur ich, jede Sekunde meines Lebens.
Jeder hat ein anderes Bild von mir
Keiner kennt mich, so wie ich bin.
Nichtmal ich, da ich mich auch wandle
Und Stück für Stück zu mir werde
Doch dafür immer mehr der Welt entsagen.
Wunder sind normal geworden,
Menschen zu heilen,
Zukunft und Vision zu sehen,
Wandern mit der geistigen Welt,
Die mein innerer Anker geworden ist.
Die Außenwelt mir kaum noch etwas gibt
Nur die Natur, ja in der Natur bin ich wahrlich zu Hause.
Dort verbunden mit der Erde,
Sie, die Feen und Engel, Lichtwesen und Naturgeister, und Jesus
meine Freunde geworden
Wie es zeigen?
Wie es offenbaren?
Wie die meines Gleichen finden?
Nie einen Fahrplan bekommen, wie man als Reingöttlicht hier zu leben hat.
Es selbst entwerfen, verwerfen, neu planen,
Wegwerfen, neu werden, um es immer wieder zu wagen.
All die Gedanken die ich in mir trag
nicht ansatzweise hier in Worten fassen können
Das Gefühl dahinter umbeschreibbar
Wer wohl diese Gedanken in mir denkt?
Eine alte Version von mir?
Ein fremdes Wesen das es mir flüstert?
Gar ich?
Wer sind wir also
Und wer werden wir sein?
Jeder bestimmt es für sich
In seiner eigenen Lebenswelt
Und ich?
Ich schreibe weiter,
Bis es einen Menschen erhellt.
PLING! Eine neue Nachricht!
Ein eisernes Wettrennen
Sozialer Medien
Wer hat die größten Weisheiten?
Und wer die schönsten Bilder?
Wer hat Erfolg?
Wie bekomme ich mehr Menschen die mir folgen?
Schwarzes Loch
Bildschirme überall
Ki übernimmt
Fernab der Natur
Immer und immer weiter
Spannend, in dieser Zeit zu leben
Ein bewegtes Leben voller unbewegter Erinnerungen
Grau, denn was wir erleben, ist nicht mehr sinnlich,
Nicht mehr körperlich,
Ist Fiktion, die die Innenwelt erfüllt
Löcher stopft
Und es doch nicht schafft
Zeit unsere Währung
Stress unser Körperzustand
Nur wenige
Die wirklich acht geben auf ihre Körper
Und dabei doch irgendwelchen Trends folgen
Anstatt auf ihn zu hören
Simpel
Das Gehirn, eine interessante Erfindung
Speichert Erinnerung
Berechnet auf erlebten
Neues wird,
Je älter wir werden,
Immer schwerer zugänglich
Durch keine eigenen Erfahrungen,
Nur die der Fiktion hinter dem Bildschirm
Immer enger
Weniger möglich.
Wieso habe ich das Gefühl, das diese Zeilen wichtig sind?
Sitze in einem sterilen Raum
Schreibe selbst in einen Bildschirm hinein
Male mir aus es zu publizieren,
Damit es die Menschen auf ihren Bildschirmen lesen können
Bin ich also ein Deut besser?
Vielleicht regen meine Worte ihre Erinnerung an
Wie es war,
Bevor es das alles hier gab,
Eine Welt,
In der wir uns noch an Vereinbarungen hielten
Zu Verabredungen erschienen
Ohne Kamera und Selfies auskamen.
Wer sind wir also
Und wer werden wir sein?
Jeder bestimmt es für sich
In seiner eigenen Lebenswelt
Und ich?
Ich schreibe weiter,
Bis es einen Menschen erhellt.
Wahre Freiheit & Liebe
Lieber Freund,
Menschsein ist eine Tragödie,
eine Symphonie des freien Willens,
in den die Gedanken und Emotionen unserer Geschichte
stets eingreifen und den Weg lenken;
auch, wenn für uns selbst ein anderer vorgesehen ist.
Werde ich es je schaffen, FREI vor dir zu stehen?
Ich habe mich noch nie so gefangen
in so einem freien Leben gefühlt,
wurden mir darin doch die inneren Schranken umso deutlicher gezeigt.
Doch LICHT kehrt ein,
gepaart mit innerer Ruhe.
Ich kann die Wertschätzung der Freiheit, die ich genieße,
jetzt fühlen.
Nun liege ich hier bei Kerzenschein,
denke an dich und frage mich,
wie ich dir wohl auf neuer Ebene
– ohne menschliche Gedankenmuster- oder Emotions-Zwischenfunker –
wieder begegnen kann:
Frei, echt und warhaftig.
PS. Ob wohl die Zeit doch unser Freund ist?